PLC Reports Bedienungsanleitung

15. Terminplanung

Die Terminplanung legt fest, zu welchem Zeitpunkt Berichte erstellt werden. Es stehen umfangreiche Möglichkeiten zur Verfügung. So können Berichte beispielsweise täglich erstellt werden. Es stehen aber auch komplexere Funktionen wie ‚Am letzten Wochentag des Monats‘ zur Verfügung.

Das Arbeitsblatt zur Definition der Terminplanung hat den vom System fest vorgegebenen Namen ‚Scheduling’.

Terminplanungen können ab Excel-Zeile 6 eingetragen werden. Zeile 5 ist für die Spalten-Überschriften reserviert. Der Kopfbereich (Zeilen 1-4) wird nicht ausgewertet.

15.1. Vorgehensweise zum Bearbeiten von Terminplanungs-Definitionen

  1. Öffnen Sie im Bereich ‚Berichts-Datei‘ eine Berichts-Definitionsdatei zur Bearbeitung.
  2. Wechseln Sie auf das Arbeitsblatt ‚Scheduling‘ in der Excel Berichts-Definitionsdatei.
  3. Bearbeiten Sie die gewünschten Terminplanungsdefinitionen in Excel.
  4. Wechseln Sie auf den Bereich ‚Terminplanung‘ in PLC Reports.
  5. Klicken Sie auf die Schaltfläche ‚Lade und Prüfe Terminplanung‘
  6. PLC Reports liest nun alle Terminplanungen auf dem Arbeitsblatt ‚Scheduling‘ ein und überprüft diese.
  7. Gültige Terminplanungsdefinitionen werden in der Tabelle ‚ Terminplanung‘ angezeigt.
  8. Kommt es während des Ladens oder der Überprüfung zu Fehlern, so werden diese im Bereich Meldungen angezeigt.
  9. Fehlerfreie Terminplanungs -Definitionen sind durch das Icon Icon OK in der Spalte ‚Def‘ markiert.
  10. Fehlerhafte Terminplanungs -Definitionen sind durch das Icon Warning in der Spalte ‚Def‘ markiert.
  11. Doppelklicken Sie die entsprechende Meldung, um direkt zur Fehlerquelle in Excel zu springen.
  12. Speichern sie die Excel Berichtdefinitionsdatei, nachdem Sie die Bearbeitung abgeschlossen haben, mit den entsprechenden Menüpunkten in Excel.

Terminplanung

15.2. Wichtige Hinweise zu Terminplanungs-Zyklen

PLC Reports ist ein auf Multi-Threading ausgelegtes Berichtssystem. Mehrere Prozessorkerne können unabhängig voneinander verschiedene Terminplanungsereignisse bearbeiten. Trotzdem ist es für die System-Performance äußert wichtig, die folgenden Punkte zu beachten:

15.2.1. Datenübertragungsgeschwindigkeit und Netzwerktopologie

Die Datenübertragungsgeschwindigkeit zu den angeschlossenen SPSen ist begrenzt. Jede SPS kann nur eine bestimmte Datenmenge pro Sekunde zur Verfügung stellen. Wie viele Daten genau übertragen werden können, hängt unter anderem von den folgenden Faktoren ab:
- Auslastung der SPS durch das Steuerungsprogramm
- Zyklus des Steuerungs-Programms
- In der Hardwarekonfiguration eingestellte Zyklusbelastung durch die Kommunikation
- Bereitgestellte Verbindungsressourcen der SPS
- Modell der SPS
- Ausgabestand der SPS
- Netzwerk-Topologie
- Internetverbindung oder lokales Netzwerk

Stellen Sie sicher, dass durch die Datenanforderungen des Berichtssystems das Steuerungsprogramm nicht negativ beeinflusst wird.

15.2.2. Öffnen von Excel

Das Öffnen einer Excel-Datei erfordert einige Ressourcen des Computers. Wo immer möglich, sollten Terminplanungs-Ereignisse so definiert werden, dass nicht mehrere Ereignisse gleichzeitig auf Excel zugreifen.

Sollen beispielsweise am Monatsende zehn verschiedene Monatsberichte generiert werden, sollte die Terminplanung so konfiguriert werden, dass die Berichte z.B. eine Minute versetzt gestartet werden. Stellen Sie hierzu die Spalte C, Start-Zeit der Terminplanung entsprechend ein.

15.2.3. Schnelle Archivierungs-Zyklen

Wählen Sie Archivierungs-Zyklen wohlbedacht. Schnelle Zyklen führen zu einem hohen Datenaufkommen sowie zu vielen Einzel-Werten. Machen Sie sich bewusst, wie viele Werte bei schnellen Speicherzyklen anfallen. Archivieren Sie einen Wert beispielsweise im Sekundentakt, so fallen pro Jahr über 31 Millionen Werte an. In den wenigsten Fällen wird es sinnvoll sein, Berichte mit so vielen Werten zu generieren und zu speichern.

Verwenden Sie die zur Verfügung stehenden Komprimierungs-Funktionen wie Min-, Max- oder Mittelwertbildung, wenn Sie schnelle Überwachungszyklen zur Auswertung von Peaks oder dergleichen benötigen. Dadurch wird zwar nach wie vor die Kommunikationsverbindung zur SPS belastet, jedoch werden je nach Konfiguration weitaus weniger Werte gespeichert und in Berichte ausgegeben.

15.2.4. Archivierungs-Zyklen <10s

Bei Archivierungs-Zyklen < 10 Sekunden ist besondere Vorsicht bei der Konfiguration geboten. Stellen Sie sicher, dass die Abarbeitung des vorherigen Archivierungs-Ereignisses beendet ist, bevor das nächste Ereignis startet. Kommt es zu einem Ereignis-Stau, so wird das folgende Ereignis nicht ausgeführt, die Meldeliste zeigt eine entsprechende Meldung an.

Sollten Sie schnelle Zyklen benötigen, so achten Sie auf eine möglichst gleichmäßige Lastverteilung durch entsprechende Auswahl der Start-Zeitpunkte.

Beachten Sie außerdem die Performance Ihrer Netzwerk-Verbindung zur SPS.

15.2.5. Performance des Computers

Je nach Konfiguration des Berichtssystems werden mehr- oder weniger Ressourcen des Computers verwendet. Speziell beim Einsatz von Hardware mit niedriger Performance, muss vor dem Einsatz im Prozessbetrieb die System-Performance mit Hilfe des Task-Managers überprüft werden.

15.2.6. Automatische Windows Updates

Während der Installation von Windows-Updates kann die Performance von Windows stark beeinträchtigt sein. Beachten Sie dies bei der Wahl der Update-Einstellungen und Zeitpunkte.

15.2.7. Automatische Neutstarts durch Windows Updates

Bei der Installation von Windows Updates sind oftmals Neustarts erforderlich. Speziell ab Windows 8 sind automatische Neustarts nur noch durch Registry-Einträge zu beeinflussen. War PLC Reports vor einem System-Neustart aktiv, so startet es automatisch wieder, nachdem Windows wieder gestartet ist. Die automatischen Neustarts können mit dem Registry-Key HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\WindowsUpdate\AU, neues 32-bit DWORD NoAutoRebootWithLoggedOnUsers, Wert 1 deaktivert werden.

WarningWarnung!
Fehlerhafte Veränderungen der Windows Registry können zu unvorhersehbarem Verhalten des Computers oder zu Beschädigungen Ihrer Windows-Installation führen. Lassen Sie die Einstellungen nur durch fachkundige Administratoren durchführen.

15.2.8. Automatisches Logon

Sollten automatische Neustarts durch Windows Updates aktiviert sein, so sollten Sie ein automatisches Logon eines entsprechenden Benutzers einrichten, damit PLC Reports automatisch nach dem Neustart des Systems wieder gestartet wird.

Gehen Sie folgendermaßen vor, um die automatische Anmeldung zu aktivieren:

  1. Starten Sie “Regedt32.exe” und suchen Sie nach dem folgenden Registrierungsteilschlüssel:
    HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Winlogon
  2. Doppelklicken Sie auf den Eintrag DefaultUserName, geben Sie Ihren Benutzernamen ein, und klicken Sie auf OK. Verwenden Sie Namen und Kennwort Ihres Benutzerkontos.
  3. Doppelklicken Sie auf den Eintrag DefaultPassword, geben Sie Ihr Kennwort ein, und klicken Sie auf OK.

Wenn der Wert DefaultPassword nicht vorhanden ist, gehen Sie folgendermaßen vor:
3.1. Klicken Sie im Menü Bearbeiten auf Wert hinzufügen.
3.2. Geben Sie im Feld Wertname den Eintrag DefaultPassword ein, und klicken Sie für den Datentyp auf REG_SZ.
3.3. Geben Sie Ihr Kennwort in das Feld Zeichenfolge ein, und speichern Sie Ihre Änderungen.

Falls keine Zeichenfolge für “DefaultPassword” angegeben wird, ändert Windows automatisch den Wert des Schlüssels AutoAdminLogon von 1 (wahr) in 0 (falsch), wodurch die Funktion “AutoAdminLogon” deaktiviert wird.

  1. Klicken Sie im Menü Bearbeiten auf Wert hinzufügen, geben Sie AutoAdminLogon in das Feld Wertname ein, und klicken Sie für den Datentyp auf REG_SZ.
  2. Geben Sie 1 in das Feld Zeichenfolge ein, und speichern Sie Ihre Änderungen.
  3. Beenden Sie “Regedt32″.
  4. Klicken Sie auf Start, klicken Sie auf Herunterfahren, und klicken Sie auf OK, um den Computer auszuschalten.
  5. Starten Sie Ihren Computer und Windows neu. Sie können sich nun automatisch anmelden.

Wenn Sie den AutoAdminLogon-Prozess umgehen und sich als anderer Benutzer anmelden wollen, halten Sie nach dem Abmelden oder dem Neustart von Windows die [UMSCHALTTASTE] gedrückt.

WarningWarnung!
Fehlerhafte Veränderungen der Windows Registry können zu unvorhersehbarem Verhalten des Computers oder zu Beschädigungen Ihrer Windows-Installation führen. Lassen Sie die Einstellungen nur durch fachkundige Administratoren durchführen.

15.2.9.              Virenscanner

Während eines Scan-Vorgangs durch Virenscanner kann die Performance des Systems beeinträchtigt sein. Beachten Sie dies bei der Wahl der Systemkonfiguration.

15.3. Prüfung von Terminplanungen

Mittels der Schaltfläche ‚Test‘ in der Tabelle ‚Terminplanung‘ ist es möglich, Terminplanungen zu überprüfen. Im Unterbereich ‚Terminplanung Prüfen‘ werden nach click auf die Schaltfläche ‚Test‘ alle im ausgewählten Zeitbereich geplanten Ereignisse aufgelistet.

  1. Wählen Sie mit Hilfe der Auswahl ‚Ereignisse Von‘ und ‚Ereignisse Bis‘ den zu überprüfenden Zeitbereich.
  2. Klicken Sie auf die Schaltfläche ‚Test‘Test
  3. In der Tabelle werden nun alle geplanten Ereignisse im ausgewählten Zeitbereich angezeigt.

Terminplanung
Terminplanung Prüfen

15.4. Spalten des Arbeitsblattes „Scheduling“

Das Arbeitsblatt ‚Scheduling‘ enthält folgende Spalten:

15.4.1. Spalte A: Index

Diese Spalte dient zur Vergabe einer eindeutigen Terminplanungs-Nummer.

WarningHinweis!
Eintragungen in der jeweiligen Zeile werden nur dann ausgewertet, wenn in der Spalte Index ein gültiger numerischer Wert eingetragen ist. Ist die Zelle ‚Index‘ leer, so werden Einträge in den folgenden Spalten der jeweiligen Zeile nicht weiter berücksichtigt. Auf diese Weise können beliebige Kommentare zu Dokumentations- oder Beschreibungszwecken eingefügt werden.

Leerzeilen werden ebenfalls nicht ausgewertet.

15.4.2. Spalte B: Befehl

In dieser Spalte wird die Art der Terminplanung definiert. Mögliche Werte sind:
- Bei Start
- Alle x Sekunden
- Alle x Minuten
- Alle x Stunden
- Alle x Tage
- Alle Wochentage
- Alle Wochenendtage
- Alle x Wochen
- Alle x Wochen am Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag*
- Alle x Wochen an Wochentagen
- Alle x Wochen an Wochenendtagen
- Alle x Monate
- Alle x Monate am ersten** Montag***
- Alle x Monate am letzten** Tag
- Alle x Jahre

* Beliebige Kombinationen der Tage sind möglich
** ersten, zweiten, dritten, vierten, oder letzten
*** Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, Wochentag oder Wochenendtag

15.4.3. Spalte C: Start-Zeit

Diese Spalte dient zur Definition der Start-Zeit einer Terminplanung. Alle wiederkehrenden Ereignisse werden von der Start-Zeit aus berechnet.

Beispiel:
Ein Monatsbericht soll ab dem 1.1.2010 immer am letzten Tag des Monats um 23:59:59 Uhr erstellt werden. Die Spalte ‚Befehl‘ enthält die Eintragung ‚Alle 1 Monate am letzten Tag‘. Die Startzeit wird auf 1.1.2010 23:59:59 eingestellt.

15.4.4. Spalte D: Start-Anweisung

Diese Spalte dient zur Definition, mit welcher Anweisung die Berichtsausführung gestartet werden soll. Gültige Werte sind Indices von im Bereich Anweisungen definierten Befehlen.

15.4.5. Spalte E: Bemerkungen

Diese Spalte dient zu Dokumentationszwecken und kann einen beliebigen Kommentar enthalten.